Mittwoch, 14. Januar 2009

Baden im Eisloch („Купаться в проруби“)

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Für hartgesottene Russen ist es eine winterliche Tradition, in zugefrorenen Flüssen zu baden. Dieses Jahr dauerte es bis in den Januar hinein, bis die Wolga „zum Stehen“ kam. Die Tage vor und nach Neujahr waren mit Temperaturen um -20°C dann doch ausreichend kalt, dass es passierte und eine weiße Eis- und Schneeschicht die Wolga bedeckte. Kurz darauf werden auch schon die ersten Eislöcher („Прорубь“) für die Eisschwimmer geschlagen. Im Verlaufe der Jahre hat sich eine kleine Tradition für alle deutschen Austauschstudenten, die in der Winterzeit im Russland sind, entwickelt. Und auch wieder wollten dieser Tradition, zum Teil auch aus eigenem Antrieb, folgen und bei -10°C Außentemperatur und geschätzen 5°C Wassertemperatur schwimmen gehen. Wenn ich „schwimmen gehen“ sage, dann meine ich damit bloß ein rein- und raushüpfen in das Eisloch, denn viel mehr ist einfach nicht zu ertragen. Mit dem Schwimmen im Eisloch härtet man sich gegen die Kälte ab und treibt damit den Blutkreislauf an.
Für Andi, mich und Irina (Vitalijs Freundin) war es das erste Mal und so mussten wir unter Anleitung des Betreibers eines Büdchens, in dem wir uns umziehen konnten, unseren Tauchgang beschreiten. Einige vorbereitende Atemübungen zur Entspannung gehen dem Tauchgang voraus. Daraufhin steigt man eine Holztreppe in das Eisloch hinab und taucht einmal mit dem Kopf ins Wasser und steigt wieder aus. Im Anschluss wieder einige Atemübungen und dann geht es schnell zurück ins Büdchen, um in trockene Kleidung zu schlüpfen.
Ich muss sagen, dass ich mich während der ganzen Prozedur, insbesondere nachdem ich wieder aus dem Wasser gestiegen bin, nicht besonders wohl gefühlt habe, es ist faktisch gesehen einfach arschkalt(!!), und es hat mich schon einiges gekostet hat, den inneren Schweinehund zu überwinden und in das Eisloch zu steigen. Aber einige Zeit später, als die Wärme in Schüben wieder in den Körper strömte, fühlte ich mich umso wohler und konnte das Gefühl wirklich genießen. Eine Fortsetzung dessen ist also nicht ausgeschlossen...

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