... und bin auch schon wieder da, und zwar daheim! Was war passiert?!
Es ist der 29. September 2009. Pünktlich sind meine Eltern und ich am Flughafen in Hannover angekommen und warten bis der Check-In Schalter für den Flug KD-776 nach Kaliningrad aufmacht. Über Kaliningrad soll es dann weiter nach Samara gehen (geplante Ankunft: 04.10 Uhr, 30.09.). Meine Rucksäcke sind bis oben hin vollgestopft und liegen gerade noch so innerhalb des zulässigen Gewichtslimits (so etwas wie auf dem Rückflug aus England vor anderthalb Jahren sollte dieses Mal nicht passieren!!) von 20 kg plus Handgepäck. Einige ungeduldige Reisende haben sich mit ihrem Gepäck schon vor den Schaltern in Position gebracht. Entspannt beobachte ich aus der Entfernung das Treiben auf dem Flughafen und warte, bis die Warteschlangen vor den Schaltern kürzer werden. Irgendwann stehe ich auch in der Schlange und warte bis ich dran bin. Der Puls steigt! Bald geht es wirklich los! Ich bin dran. Ich hieve meinen Rucksack auf das Laufband und die Waage bestätigt das daheim gewogene Gewicht. Sehr gut, keine Nachzahlung! Ich gebe der Dame am Check-In Schalter meinen Reisepass. Plötzlich ein Stirnrunzeln und die anschließende Frage: „Wann kommen Sie in Kaliningrad an?“ - „21.15 Uhr.“ - „Ihr Visum ist erst ab dem 30. September gültig. Also erst ab morgen.“ Ihr könnt wahrscheinlich schon ahnen, was als nächstes kommt... Kein gültiges Visa für den Einreisetag! Was habe ich mir dabei bloß bei der Buchung meines Fluges gedacht?! Nun ja, ich habe meinen Flug in einem Reisebüro gebucht, das sich mit Reisen in die GUS-Staaten auskennt (sollte man meinen)! Um mein Visum, das gemäß der Einladung der Universität in Samara ab dem 30. September (Anreisetag in Samara) beginnt, hat sich das gleiche Reisebüro gekümmert. Der Konflikt scheint vorprogrammiert zu sein: Reisebeginn am 29. und das Visum beginnt am 30., an dem Tag, an dem ich Samara ankomme. Es könnte bei der Anreise zu Komplikationen kommen, je nach dem wo die Grenzkontrolle stattfindet. Findet sie in Samara statt, so findet sie am 30. statt und alles ist geritzt. Findet sie in Kaliningrad statt (auch für Transitreisende mit Anschlussflügen), so befinde ich mich am 29. ohne gültiges Visum in Russland. Das gibt in der Regel Ärger der besonderen Art. Das Szenario im Hinterkopf informiere ich mich natürlich vorher bei meinem Reisbüro des Vertrauens, wie die Lage ist und ob ich ein eventuelles Transitvisum brauche. Die Antwort: „Kein Problem. Sie sind Transitreisender. Wenn Sie in Samara ankommen, gilt Ihr Visum.“ Perfekt! Problem gelöst. Also wenn jemand solche Dinge weiß, dann doch ein Reisebüro, das mit Reisen, Flügen und Visa in und für die GUS-Staaten seine Brötchen verdient.
... zurück zum Check-In Schalter... Die Check-In Mitarbeiterin bemüht das Telefon und erkundigt sich. Es werden einige Telefonanrufe getätigt. Mein Puls steigt um noch einige Schläge pro Minute mehr! Einigen Passagieren hinter mir geht das nicht schnell genug und man kann einzelnes Stöhnen vernehmen. Ein Repräsentant der Fluggesellschaft ist auf dem Weg zu mir, wird mir gesagt. Ich warte neben dem Schalter.
Als der Verantwortliche meine Papiere in den Händen hält und sich den Reisepass samt Visum anschaut, schüttelt er den Kopf. Nach dem Motto „Wer macht den sowas? Mit den Papieren fliegen Sie heute nirgendwo hin.“ Mist! Die Grenzkontrolle findet also doch in Kaliningrad statt, und damit ist die Sache wohl klar. 2 min später habe ich einen Sachbearbeiter des Reisebüros am Telefon. Ich erkläre ihm die Situation und muss mir sogar vorwerfen lassen, es wäre meine Schuld. Ah ja... alles klar! Naja, heute wird es also nix! Ich teile der personifizierten Kompetenz mit, ich möchte meinen Flug für den nächstmöglichen Zeitpunkt umbuchen. Aber weil der gute Mensch zum Zeitpunkt meines Anrufes schon fast Feierabend hat, soll ich doch am nächsten Morgen noch einmal anrufen, um die Sache zu klären. Was für ein Service! Aber andererseits hätte er mich aus seinem Reisebüro natürlich auch nicht ins Flugzeug befördern können.
So stehen wir nun da, der Check-In Schalter macht zu und die Passagiere machen sich zum Abflug bereit. Nach einem weiteren kurzen Gespräch mit dem Repräsentant der Fluggesellschaft packen wir meine Klamotten wieder ins Auto und fahren heim!
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